IT-Notfalltest und FreeBSD

Dienstag, 17. Juni 2008


Die IT ist in kaum einem Unternehmen mehr wegzdenken. Umso bedeutender ist es, dass jedes Unternehmen seine Systeme kennt und Notfallpläne für den Notfall nicht nur bereithält, sondern dass es hier zu regelmäßigen Notfalltests kommt. Auch wenn die IT das Herzstück eines Unternehmen darstellt, so muss das Unternehmen in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Die IT ist so gesehen nur eine Ressource, oder, ein interner Dienstleister welcher dafür sorgt, dass die Geschäftsprozesse, welche von der IT abhängig sind, auch in einer Katastrophe weiterhin reibungslos funktionieren.
Das Stichwort hierfür ist BCM, Business Continuity Management, und ITSCM, IT-Service Continuity Management.

BCM setzt darauf, dass das eigene Geschäft auch wirklich verstanden wird. So muss verstanden werden welche Tätigkeiten und/oder Prozesse unbedingt erforderlich sind um dass Mindestmass an Kontinuität, bei geschäftskritischen Aktivitäten, zu gewährleisten.
Durch eine Business-Impact-Analyse weden Schwachstellen erkannt.

Um die Theorie an dieser Stelle nicht zu wet zu treiben, beschränkt sich die Sicht an dieser Stelle nun auf die IT. Wichtig ist nur, in Unternehmen muss verstanden werden, dass die IT die Ressourcen zur Verfügung stellt, welche von anderen Abteilungen und kritischen Geschäftsprozessen genutzt werden. Daher muss bei einem Notfalltest, und auch schon bei der Vorbereitung, jede Abteilung eines Unternehmens mit einbezogen werden. Ein IT-Notfalltest erscheint, nur vom Namen ausgehend, nur die IT zu betreffen, was allerdings nicht der Fall ist. Die meisten Unternehmen nutzen die IT um überhaupt geschäftliche tätig zu sein, daher stellt die IT nur die Ressourcen zur Verfügung, der Rest liegt in der Hand der einzelnen Abteilungen. Beispielsweise ermöglicht die IT den Zugriff bestimmte Programme, ob diese Programme dann auch in einem Notfall voll funktionstüchtig sind und fehlerfrei arbeiten ist die Aufgabe der Abteilung dies zu testen und den Mitarbeitern der Abteilung zu gewährleisten.

Dies ist nun sehr vereinfacht dargestellt, Informationen, und eine Basis zu BCM und ITSCM bietet dabei ITIL und das BSI.

Um einen Notfalltest zu planen, die maximale Ausfallzeit von Basisdiensten und Applikationen zu bestimmen, um eine Ablaufverfolgung während eines Notfalls an der Hand zu haben, bedarf es eines speziellen Programmes. Hier können alle Basisdienste, Applikationen, die Hardware und menschlichen Ressourcen festgehalten werden. Ebenso wird hier festgelegt welche maximale Ausfallzeit noch vertretbar ist, bevor es geschäftskritisch oder geschäftsschädigend wird. Durch eine Klassifizierung der Systeme, Software, Basisdienste bekommt die IT einen guten Überblick über die kritischen Anwendungen und wo es Handlungsbedarf gibt.
In der Phase der Planung zu einem Notfalltest muss festgestellt werden welcher Mitarbeiter für welche Systeme zuständig ist und wo es Schnittpunkte gibt welche bei einem Notfalltest beachtet werden müssen (System A von Betreuer X muss vor System B von Betreuer Y aktiviert werden). Anhand der Angabe der Zeiten wie lange eine Wiederherstellung der Systeme dauert, kann so festgestellt werden wie lange es dauert bis alle Systeme im Notfall wieder hergestellt werden und wann die Abteilungen ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Die Vorbereitungszeit zur Planung eines IT-Notfalltests kann viele Monate in Anspruch nehmen. Nicht selten kann dies auch weit über ein Jahr dauern. Dabei pflegen alle Mitarbeiter ihre System, Software in das System ein. Dazu gehören auch die Software und die Versionsnummer, die IP-Adressen und vieles weitere mehr. An diese Einträge kann der Mitarbeiter Dokumente anhängen welche für die Wiederherstellung des Systems nötig sind. Daraus wird am Ende ein Notfallhandbuch erstellt. Dieses kann mehrere hundert Seiten, nicht selten auch tausende von Seiten enthalten. Dabei bekommt jeder Mitarbeiter aber nur sein persönliches Notfallhandbuch bei einem Notfall um danach vorzugehen.
Notfallteam, Kommunikationswege sind dabei weitere Stichworte.

Was hat dies nun mit FreeBSD zu tun?

Die eingesetzte Software läuft dabei auch auf FreeBSD. Wahrscheinlich ist meine bisherige Firma die einzige welche das System auf FreeBSD einsetzt.
Das eingesetzte System zur Notfallplanung kommt von der Firma Controll-IT und nennt sich alive-IT. Es ist webbasiert und hat als backend eine PostGreSQL Datenbank. Installation und Konfiguration funktionieren reibungslos, auch der Support hilft hier schnell und persönlich weiter.

Auf den BSI-Grundschutztagen sieht man immer wieder wo es Unternehmen mangelt, an IT-Notfallplänen und den Tests. Dies betrifft mittelständische Unternehmen sowie auch global operierende Unternehmen. Eine Software wie alive-IT kann hier Abhilfe schaffen, so denn die IT willens ist diese einzusetzen. Aber nicht nur die IT muss daran arbeiten, das ganze Unternehmen muss daran arbeiten und das immer wieder. Eine Notfallplanung ist dynamisch und muss sich den Änderungen an einem Unternehmen anpassen, daher ist hier die Arbeit nie beendet.

Und wie war nun der Notfalltest? Er war bei unserer Firma ein voller Erfolg. Wir waren immer im Zeitplan, meist auch schneller als der theoretisch errechnete und auch der Rückbau stellte keine Probelem dar (gerade dieser ist oftmals als kritisch zu betrachten).
So wurde das Datenschutzhaus deaktiviert und die Backupsysteme wurden aktiviert. Innerhalb von 2-3 Stunden waren diese voll einsatzbereit und es wurden keine Probleme festgestellt. Auch der Rückbau, mit Übernahme der neuen Daten aus der Zeit des Notfalls, wurden übernommen.

Aber nicht immer läuft dies so unkritisch ab, oftmals werden bei einem Notfalltest die Schwächen sichtbar und genau dazu ist der Notfalltest gedacht. Schwächen aufzudecken um diese in einem richtigen Notfall zu umschiffen.



Windows unter FreeBSD

Dienstag, 19. September 2006
FreeBSD Dru hat mich darauf eben im IRC aufmerksam gemacht: Win4BSD.

Dazu gab es auch eine Nachricht auf der FreeBSD mailingliste, die mir doch glatt entgangen ist.

Das Paket zu Win4BSD kann man hier herunterladen. Nach dem download des Paketes muss dieses installiert werden:
#pkg_add Win4BSD-1.0_63909_i386-freebsd.tbz

Anzumerken ist dabei, Win4BSD funktioniert bisher nur auf i386 Architekturen, amd64 wird noch nicht unterstützt. Weiterhin soll nicht verschwiegen werden, das es sich bei der obigen freien Version um eine Evaluierungssoftware handelt die nach 14 Tagen ausläuft. Wo man einen Lizenzschlüssel herbekommt konnte ich auf der spärlichen Seite von Win4BSD nicht herausfinden.

Ist das Paket installiert, so kann man anfangen Windows, so man eine Windows CD sein eigen nennt, zu installieren. Unterstützt werden hierbei Windows2000 und WindowsXP. Wobei es bei WindowsXP Professionell ohne SP1 zu Problemen kommen kann, bzw. Win4BSD diese Version dann nicht installieren möchte. Mit SP2 kann die Installation dagegen recht lange dauern.

Als root sollte man dann die CD einlesen:
#loadwinproCD

Ist die CD eingelesen, muss als normaler User die Installation gestartet werden:
$installwinpro -w win2kpro -g 5G -i image

Dabei wird für W2K eine Image datei mit 5GB Grösse angelegt und Windows 2000 in diese installiert.

Bei ersten Tests auf einem PIV 1.7GHz unter FreeBSD 6.1-STABLE schreitet die Installation schnell vorwärts.

Ob sich Windows so auch im Alltag einsetzen lässt, muss ich noch evaluieren.

Weitere Informationen gibt es unter dem genannten FTP-Server, auf dem sich auch eine User Dokumentation und die Release-Notes befinden.

BSD 4.3: Besseres gab es nicht

Mittwoch, 16. August 2006
BeastieIn einem Artikel von Charles Babcock geht es um Software. Aber nicht irgendeine Software, sondern das Beste an Software was jemals geschrieben wurde.

Um es vorneweg zu nehmen, für Ihn war und ist BSD 4.3 die beste Software die jemals geschrieben wurde.
So there you have it: The single Greatest Piece of Software Ever, with the broadest impact on the world, was BSD 4.3. Other Unixes were bigger commercial successes. But as the cumulative accomplishment of the BSD systems, 4.3 represented an unmatched peak of innovation. BSD 4.3 represents the single biggest theoretical undergirder of the Internet. Moreover, the passion that surrounds Linux and open source code is a direct offshoot of the ideas that created BSD: a love for the power of computing and a belief that it should be a freely available extension of man's intellectual powers--a force that
changes his place in the universe.

Und ja, ich kann mich dessen nur anschliessen. Ohne BSD, ohne die Lizenz, wäre gerade das Internet heute nicht das was es ist und wie es die meisten lieben und schätzen.

Die Geschichte von Unix und BSD gibt es hier nachzulesen.

Hier noch die Top 12 der besten Software:
12. The Morris worm
11. Google search rank
10. Apollo guidance system
9. Excel spreadsheet
8. Macintosh OS
7. Sabre system
6. Mosaic browser
5. Java language
4. IBM System 360 OS
3. gene-sequencing software
2. IBM's System R
1. BSD 4.3

Was denkt Ihr darüber?